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Warum ich keine Welpenspielstunde anbiete

Viele Besitzer haben im Kopf „Wir gehen in die Hundeschule damit mein Welpe viel Kontakt zu gleichaltrigen Hunden hat“. Einige Hundeschulen bieten daher sogenannte Welpenspielstunden an, bei denen in der Regel zwischen 4 und 8 Welpen eine Stunde lang frei miteinander interagieren müssen. Ich verwende absichtlich nicht das Wort spielen, denn wer sich mit der Körpersprache der Hunde, auch in diesem jungen Alter befasst, sieht schnell, dass es oft nur die ersten wenigen Minuten wirkliches Spielverhalten ist. Nach spätestens 10-15 Minuten kippt das Spiel in Überforderung und Übersprungshandlungen. Das sieht vermeintlich „lustig“ aus, stellt für die Hunde jedoch eine Reizüberflutung dar. Oft suchen die Hunde (bei guter Bindung zu den Besitzern) Schutz bei ihren Zweibeinern, welches jedoch in der Regel falsch interpretiert wird, sodass der Welpe wieder auf sich allein gestellt ist und der Situation nicht entkommen kann.

Das Einzige, was die Hunde in so einer Stunde lernen ist, dass JEDER Hund zum Spielpartner wird. Dies hat zur Folge, dass sie jedes Mal bei Hundebegegnungen aufgedreht und unruhig werden, an der Leine ziehen und alles daransetzen, zu dem anderen Hund hinzukommen. Das ist nicht nur für uns als Hundebesitzer anstrengend und nervig, sondern auch für den Hund selbst purer Stress.

Wer jetzt sagt „Mein Hund darf aber jeden anderen Hund begrüßen und mit ihm spielen“, stellt sich jetzt einmal folgende Situation vor: Du gehst entspannt durch die Stadt, schlenderst durch die Einkaufspassage und plötzlich kommt ein fremder Mensch auf dich zu gerannt, winkt mit den Händen, fällt dir um den Hals, umarmt dich und du musst es über dich ergehen lassen. Für die meisten keine schöne Vorstellung. Genau so geht es deinem Hund auch- also sei respektvoll und frage den Besitzer des anderen Hundes, BEVOR eure Hunde in Kontakt gehen dürfen, denn es gibt einige Hunde, die keinen Kontakt mögen, vielleicht auch aggressiv werden oder krank sind.

Dir und deinem Hund wird es in Sachen Hundebegegnungen deutlich besser gehen, wenn dein Hund gar nicht von Anfang an lernt, dass jeder Artgenosse automatisch eine Spielaufforderung darstellt, sondern zuerst auf deine Freigabe warten muss.

Glaubt mir, in der Welpen- und Junghundephase legt man den Grundstein für ein späteres entspanntes zusammenleben.

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